Lebenslauf Tipps

Der Lebenslauf als Herzstück der Bewerbung
Aus meiner Erfahrung als Personalreferent kann ich sagen, dass jede Bewerbung zuerst an der Qualität des Lebenslaufs gemessen wird. Wenn ich eine Bewerbung auf den Schreibtisch bekomme, dann werfe ich anfangs einen Blick auf das beiliegende Foto, damit ich weiß, mit wem ich es zu tun habe. Danach nehme ich mir den Lebenslauf vor. Erst wenn dieser mein Interesse weckt, dann lese ich das Anschreiben und schaue auf die restlichen Unterlagen. Dabei gilt: Je höher die gewünschte Qualifikation oder die Vergütung, desto höher natürlich auch der angelegte Maßstab. Auch wenn die Bewertung eines Lebenslaufs verschiedenen subjektiven Kriterien unterliegt, sind es im Allgemeinen schon die objektiven Kriterien, die eine Bewerbung zum Scheitern verurteilen.

Wie sieht ein guter Lebenslauf aus?
Ein guter Lebenslauf weckt Interesse. Das bedeutet in erster Linie natürlich, dass die Informationen interessant sind und der Bewerber sich damit für die Stelle empfiehlt. Das kann natürlich jeder nur für sich selber bewerkstelligen, indem der Bewerber sich Qualifikationen aneignet oder besonders interessante, ehrenamtliche Arbeiten erledigt. Trotzdem müssen auch diese Informationen im Lebenslauf in ein Design und eine Struktur eingebettet werden.

Das Design
Das Design des Lebenslaufs sollte grundsätzlich eher schlicht sein. Das heißt natürlich nicht, dass der Lebenslauf dadurch auf jeden Fall langweilig aussehen muss. Es können zum Beispiel verschiedene farbige Elemente verwendet werden, in Form von Linien oder Quadraten, die die Struktur sinnvoll unterstützen. Dies sollte auch Sinn und Zweck des Designs sein. Ein zu buntes, vor allem farblich nicht abgestimmtes Design sorgt beim Betrachter eher für Schmerzen in den Augen und die Bewerbung landet schnell auf dem Absagen-Stapel. Aufwendige Gestaltungen, die möglicherweise auch ein bisschen „flippig“ daherkommen, sind auch eher nicht empfehlenswert. Eine Ausnahme bilden hier natürlich die Grafikdesigner und Werbegrafiker. Diese können und sollten natürlich schon mit der Bewerbung grafisch unter Beweis stellen, warum sie für die Stelle geeignet sind.
Des Weiteren gehört zum Design des Lebenslaufs auch das Schriftbild. Als Schriftart sollte eine der Standardschriften gewählt werden. Arial und Times New Roman sind gut für den Betrachter lesbar und auf eine von beiden sollte es auch herauslaufen. Von Schriftarten wie Comic Sans oder Courier New ist eher abzuraten. Die eine sind zu kindlich und unseriös aus, die andere lässt sich gerade bei längeren Lebensläufen nicht gut lesen. Generell sollte die Schrift zwischen 10pt und 12pt groß sein. Dabei ist zu beachten, dass Arial von Haus aus schon etwas größer ist und daher zu Times New Roman um 0,5pt kleiner verwendet wird.

Die Struktur des Lebenslaufs
Ein Lebenslauf hat zwar keine gesetzlich vorgeschriebene Struktur, allerdings hat sich über die Zeit ein gewissen Aufbau eingebürgert. Der Lebenslauf beginnt immer mit der Überschrift „Lebenslauf“ oder „Curriculum Vitae“, was allerdings auch schnell zu hochgestochen wirken kann. Danach kommen folgende Blöcke, die am besten auch mit Überschriften gekennzeichnet werden:

1. persönliche Daten:
Anfangs steht im Lebenslauf immer ein Block mit persönlichen Daten. Daneben kann das Foto platziert werden, sofern es keine Titelseite mit Bild gibt. Die persönlichen Daten sollten vor allem die wichtigsten Informationen über den Bewerber enthalten. Dazu gehören: Name, Vorname, Anschrift, Telefon und E-Mail Adresse. Darüber hinaus können auch Informationen zum Geschlecht (nur bei Vornamen, bei denen dieses nicht eindeutig ersichtlich ist), die Staatsangehörigkeit, die Religionszugehörigkeit (vor allem, wenn man sich auf eine Stelle bewirbt, bei der die Religionszugehörigkeit ein Ausschlusskriterium ist, zum Beispiel Erzieherin im katholischen Kindergarten), Eltern , etwaigen Geschwister und zum Familienstand aufgeführt werden.

2. beruflicher Werdegang:
Der berufliche Werdegang ist im Lebenslauf natürlich unumgänglich. Es gibt dabei zwei Darstellungsweisen, die sich durch ihre Reihenfolge kennzeichnen. Das „deutsche“ Schema ist chronologisch, das „amerikanische“ Schema hingegen rückwärts chronologisch. Zu empfehlen ist hierbei eher letztere Darstellungsweise, da hier die letzte Stelle oben steht. Auch Phasen mit Arbeitslosigkeit müssen hier erwähnt werden. Diese zu verschweigen, würde zu Lücken führen, die ein Ausschlusskriterium darstellen. Phase der Arbeitslosigkeit sind heutzutage keine Seltenheit mehr und daher auch kein Makel. Jede Arbeitsstelle sollte des Weiteren kurz mit einer Beschreibung der Tätigkeit unterfüttert werden, so dass sich der Betrachter ein Bild davon machen kann, was der Bewerber für ein Aufgabengebiet hatte.

3. Ausbildung:
Nach dem beruflichen Werdegang wird die berufliche Ausbildung im Lebenslauf erwähnt. Sofern es sich um eine anerkannte Ausbildung handelt, sollte der Titel und die Abschlussnote verzeichnet werden.

4. schulische Ausbildung:
Bei der schulischen Ausbildung sollte nur der letzte und damit höchste Abschluss mit Note erwähnt werden. Der Besuch einer Grundschule ist dabei eher uninteressant und kann daher weggelassen werden.

5. Weiterbildungen / Zusatzqualifikationen:
Um ein umfassendes Bild im Lebenslauf abzugeben, dürfen natürlich auch die Weiterbildungen und Zusatzqualifikationen nicht fehlen. Diese können bei mancher Stelle durchaus den Ausschlag geben, schließlich sind hier häufig die Softskills und die Sprachkenntnisse verzeichnet. Auch Computerkenntnisse sind dieser Kategorie zuzuordnen.

6. ehrenamtliches Engagement:
Diese Kategorie kann auch interessante Informationen über den Bewerber hinterlassen. Das Aufführen von ehrenamtlichem Engagement ist auf jeden Fall ratsam, da es zeigt, dass der Bewerber auch in seiner Freizeit sinnvolle Beschäftigungen gefunden hat und sich vor allem zum Allgemeinwohl einbringt. Zu viele Engagements sollten jedoch auch nicht verzeichnet werden, schließlich darf die Konzentration auf die eigentlich Arbeitsstelle nicht darunter leiden, was schnell impliziert werden könnte, sofern das Ehrenamtliche Überhand nimmt.

7. Schluss:
Am Ende steht noch der Ort, wo der Lebenslauf verfasst wurde, und das tagesaktuelle Datum. Des Weiteren ist der Lebenslauf eigenhändig zu unterschreiben.

Mit dieser Struktur sind zumindest die Formalitäten erfüllt. Wenn jetzt noch der Inhalt stimmt, ist die Tür zu einer erfolgreichen Bewerbung schon ein ganzes Stück weiter geöffnet.

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